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Wärmepumpe in der Heizsaison: Verbrauch, Effizienz und Planung im Überblick

15. September 2026

Mit den ersten kalten Tagen beginnt der Praxistest für Wärmepumpen im Winter. Ob Luft/Wasser- oder Sole/Wasser-Wärmepumpe: Entscheidend ist, dass die Anlage zum Haus, zum Wärmebedarf und zum vorhandenen Heizsystem passt.

Jetzt rücken vor allem Stromverbrauch, Effizienz und Heizkosten in den Fokus. Wie viele kWh benötigt die Wärmepumpe? Funktioniert sie auch bei niedrigen Außentemperaturen zuverlässig? Und welche Rolle spielen Heizkörper, Heizlast und Vorlauftemperaturen?

Wir geben einen Überblick über die wichtigsten Themen der Heizsaison.

Luft oder Sole: Welche Wärmequelle wird genutzt?

Wärmepumpen nutzen unterschiedliche Energiequellen. Eine Luft/Wasser-Wärmepumpe gewinnt Energie aus der Außenluft und überträgt sie auf das Heizungswasser. Eine Sole/Wasser-Wärmepumpe nutzt dagegen die im Erdreich gespeicherte Wärme.

Beide Systeme können ein Haus im Winter zuverlässig heizen. Bei Luft-Wasser-Wärmepumpen wirken sich niedrige Außentemperaturen stärker auf den Energiebedarf aus, während Sole-Wasser-Systeme von vergleichsweise konstanten Temperaturen im Erdreich profitieren.

Welche Lösung passt, hängt von Gebäude, Grundstück und individuellem Wärmebedarf ab.

Funktioniert eine Luft-Wasser-Wärmepumpe auch bei Frost?

Ja. Moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen sind für den Betrieb an kalten Wintertagen ausgelegt. Bei sinkenden Temperaturen kann der Energieaufwand steigen, entscheidend bleiben aber eine passende Dimensionierung, geeignete Heizflächen und eine gut abgestimmte Regelung.

Auch das Abtauen des Außengeräts gehört im Winter zum normalen Betrieb und sorgt dafür, dass Eis die Funktion nicht beeinträchtigt. Mehr dazu erfahren Sie in unserem gesonderten Beitrag:

Stromverbrauch im Winter richtig einordnen

Der Stromverbrauch einer Wärmepumpe kann während der Heizsaison deutlich schwanken. Wohnfläche, Dämmstandard, Außentemperaturen, Warmwasserbedarf und Einstellungen der Anlage haben darauf direkten Einfluss.

Ein Beispiel: Benötigt ein Haus im Jahr 18.000 kWh für Heizen und Warmwasser und erreicht die Wärmepumpe eine JAZ von 4, ergibt sich rechnerisch ein Strombedarf von rund 4.500 kWh. Bei einer JAZ von 3 wären es rund 6.000 kWh.

Der reine Verbrauch sagt deshalb noch wenig aus. Entscheidend ist, wie viel Heizenergie aus dem eingesetzten Strom entsteht. Informieren Sie sich näher:

Was die JAZ über die Effizienz verrät

Die Jahresarbeitszahl (JAZ) setzt die bereitgestellte Wärme ins Verhältnis zur eingesetzten elektrischen Energie. Eine JAZ von 4 bedeutet vereinfacht, dass aus 1 kWh Strom durchschnittlich 4 kWh nutzbare Wärme bereitgestellt werden.

Welche Jahresarbeitszahl erreicht wird, hängt nicht nur von der Wärmepumpe ab. Auch Gebäude, Heizflächen, Vorlauftemperaturen, Regelung und Nutzungsverhalten beeinflussen die Effizienz. Hier gibt es konkretere Infos, wenn Sie die Jahresarbeitszahl besser verstehen wollen:

Wärmepumpen funktionieren auch im Altbau

Für die Beheizung eines Altbaus ist eine Fußbodenheizung keine zwingende Voraussetzung. Auch ein älteres Haus kann mit klassischen Heizkörpern und einer effizienten Wärmepumpe beheizt werden. Hier sollte vor allem der Blick auf Wärmebedarf, Größe der Heizkörper und die erforderlichen Systemtemperaturen gelegt werden. Ausreichend dimensionierte Heizkörper sind hier häufig trotzdem noch sinnvoll einsetzbar.

Wie gut das in der Praxis funktioniert, zeigt unser eigenes Projekt in Kamp-Lintfort: Nach dem Austausch einer Ölheizung durch eine Viessmann Vitocal 252-A erreichte die Anlage mit vorhandenen Heizkörpern eine JAZ von über 5. Überzeugen Sie sich anhand konkreter Beispiele:

Heizlast und Auslegung: Entscheidend für einen effizienten Betrieb

Eine gute Wärmepumpe beginnt mit der richtigen Planung. Die Heizlastberechnung zeigt, wie viel Leistung ein Gebäude an besonders kalten Tagen benötigt. Dabei werden unter anderem Größe, Dämmung, Fenster und Wärmeverluste berücksichtigt.

Eng damit verbunden ist die Auslegungstemperatur. Sie hilft zu bestimmen, welche Leistung das Heizsystem bei niedrigen Außentemperaturen bereitstellen muss. Eine Wärmepumpe sollte weder unnötig groß noch zu knapp dimensioniert sein.

Wärmepumpe in der Heizsaison optimieren

Nicht nur neue Anlagen, auch bestehende sollten genau geprüft werden. Generell gilt, je weniger stark das Heizungswasser erwärmt werden muss, desto effizienter kann die Wärmepumpe arbeiten. Insbesondere folgende Aspekte sollten beachtet werden: 

  • eine möglichst niedrige, aber ausreichende Vorlauftemperatur,
  • eine passend eingestellte Heizkurve,
  • ausreichend dimensionierte Heizkörper oder Flächenheizungen,
  • ein hydraulisch abgestimmtes System,
  • sinnvolle Einstellungen für Warmwasser,
  • freie Luftwege am Außengerät.

Wartung: Zuverlässig durch den Winter

Der große Vorteil an Wärmepumpen: Sie sind besonders wartungsarm. Trotz allem können natürlich auch hier, wie bei jedem anderen technischen Gerät, Probleme auftreten. Darum ist eine regelmäßige Kontrolle zu empfehlen. Unter anderem können Auffälligkeiten wie ungewöhnliche Geräusche, Fehlermeldungen oder ein unerwartet hoher Energieverbrauch Hinweise darauf sein, dass Einstellungen oder Komponenten überprüft werden sollten. Gerade vor beziehungsweise zu Beginn der Heizsaison lohnt es sich daher, auf den Betrieb der Anlage zu achten. Wir haben alle wichtigen Informationen für Sie zusammengetragen:

Die Heizsaison als Praxistest für das eigene Haus

Der Winter liefert wertvolle Informationen über das Heizsystem. Eigentümer können beobachten:

  • Werden alle Räume ausreichend warm?
  • Wie entwickelt sich der Verbrauch?
  • Welche Vorlauftemperaturen werden benötigt?
  • Arbeitet die Anlage zuverlässig?
  • Wie hoch sind die tatsächlichen Heizkosten?

Diese Werte sind auch hilfreich, wenn aktuell noch mit Öl oder Gas geheizt wird und ein späterer Wechsel zur Wärmepumpe geplant ist.

Weitere Entscheidungshilfen:

Fazit: Effizient durch die Heizsaison

Um welche Wärmepumpe es auch geht – ob Luft/Wasser- oder Sole/Wasser-Wärmepumpe, ob eine Wärmepumpe für den Altbau oder Neubau – jedes Mal müssen alle relevanten aspekte im zuammenspiel betrachtet werden.

Gerade im Winter zeigt sich, wie zuverlässig und effizient die Anlage arbeitet. Stromverbrauch, JAZ und Heizkomfort liefern dabei wichtige Hinweise auf mögliche Optimierungen.

Raatschen unterstützt Sie von der Heizlastberechnung und Auswahl der passenden Wärmepumpe über die Installation bis zur Wartung und Optimierung.

Über den Autor

Jan Raatschen

Jan Raatschen ist alleiniger Inhaber und Geschäftsführer der Raatschen Unternehmensgruppe. Nach dem Studium der Technischen Gebäudeausrüstung (Dipl.-Ing.) an der FH Gelsenkirchen sowie der Weiterbildung zum Betriebswirt des Handwerks stieg er 2008 in das Familienunternehmen ein. Bereits kurz darauf übernahm er Verantwortung als Geschäftsführer – ab 2009 in der Raatschen Montage GmbH und ab 2011 in der Raatschen GmbH & Co. KG. Seit 2016 führt er beide Gesellschaften eigenständig.

Seine fachlichen Schwerpunkte liegen in der Energiewirtschaft, der Energieeffizienz sowie in Wärmepumpen und modernen Heizsystemen. Sowohl im Unternehmen als auch im politischen Ehrenamt steht Jan Raatschen für eine praxisnahe, umsetzbare Energiewende und das klare Ziel, die Klimaziele bis 2045 aktiv mitzugestalten.

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