
Jan Raatschen, Geschäftsführer von Raatschen, nimmt zur aktuellen Lage rund um die angekündigte Reform des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) Stellung. Die Debatte um das sogenannte „Heizungsgesetz“ sorgt erneut für Verunsicherung bei Eigentümern, Bauherren und Modernisierern. Mit dem folgenden Statement ordnet er die Entwicklungen ein und zeigt, welche Faktoren aus heutiger Sicht bei der Entscheidung für eine zukunftssichere Heizung wirklich zählen.
Das Statement:
Die angekündigte Reform des sogenannten Heizungsgesetzes sorgt erneut für Diskussionen. Positiv ist, dass damit eine Phase der Unsicherheit beendet werden soll. Gleichzeitig entsteht jedoch der Eindruck, Öl- und Gasheizungen seien nun wieder dauerhaft sichere Zukunftslösungen. Das ist jedoch nicht der Fall.
Zwar sollen Gas- und Ölheizungen weiterhin eingebaut werden dürfen. Entscheidend ist jedoch: um dennoch die Klimaziele auch im Wärmesektor erreichen zu können, müssen sie künftig mit steigenden Anteilen klimafreundlicher Energieträger betrieben werden – etwa Biomethan oder grünem Wasserstoff im Gasbereich sowie biogene oder synthetische Bestandteile (eFuels) im Ölbereich.
Diese „grünen Moleküle“ sind jedoch bereits heute knapp. Ihre Produktion ist aufwendig, energieintensiv und mit hohen Kosten verbunden. Gleichzeitig werden sie in Industrie und Verkehr dringend benötigt. Eine flächendeckende, dauerhaft bezahlbare Versorgung des Gebäudebereichs ist daher keineswegs gesichert. Knappheit bedeutet erfahrungsgemäß steigende Preise – zusätzlich zu absehbar weiter zunehmenden Mehrkosten durch die CO₂-Belastung.
Unabhängig von gesetzlichen Anpassungen bleibt die physikalische Realität bestehen:
Eine Wärmepumpe arbeitet deutlich effizienter als jede Öl- oder Gasheizung. Sie nutzt Umweltenergie und erzeugt aus einer Kilowattstunde Strom ein Mehrfaches an Wärme. Öl- und Gasheizungen können physikalisch bedingt maximal ein Verhältnis von eins zu eins erreichen.
Au0erdem profitieren Sie einerseits durch die finanzielle Förderung. Förderungen für Wärmepumpen machen den Umstieg kalkulierbarer, gerade bei Effizienzmaßnahmen. Und zum anderen sind Sie weniger an Brennstoffpreise und Lieferketten gebunden.
Zudem wird der Strommix in Deutschland von Jahr zu Jahr erneuerbarer. Eine Wärmepumpe wird damit automatisch klimafreundlicher – ohne Brennstoffwechsel, ohne Nachrüstung.
Das Fazit:
Die politische Verpackung mag sich ändern. An den grundlegenden Entscheidungsfaktoren ändert sich wenig. Aus heutiger Sicht bleibt die Wärmepumpe die langfristig robusteste und planbarste Lösung im Gebäudebereich. Voraussetzung ist eine fachgerechte Auslegung und passende Systemtemperaturen. In einzelnen Fällen können Hybridlösungen sinnvoll sein.
Wer jetzt mit einer Wärmepumpe plant, gewinnt Planungssicherheit, unabhängig von politischen Schlagzeilen

Über den Autor
Jan Raatschen
Jan Raatschen ist alleiniger Inhaber und Geschäftsführer der Raatschen Unternehmensgruppe. Nach dem Studium der Technischen Gebäudeausrüstung (Dipl.-Ing.) an der FH Gelsenkirchen sowie der Weiterbildung zum Betriebswirt des Handwerks stieg er 2008 in das Familienunternehmen ein. Bereits kurz darauf übernahm er Verantwortung als Geschäftsführer – ab 2009 in der Raatschen Montage GmbH und ab 2011 in der Raatschen GmbH & Co. KG. Seit 2016 führt er beide Gesellschaften eigenständig.
Seine fachlichen Schwerpunkte liegen in der Energiewirtschaft, der Energieeffizienz sowie in Wärmepumpen und modernen Heizsystemen. Sowohl im Unternehmen als auch im politischen Ehrenamt steht Jan Raatschen für eine praxisnahe, umsetzbare Energiewende und das klare Ziel, die Klimaziele bis 2045 aktiv mitzugestalten.
Wärmepumpen bieten eine innovative Lösung für die Wärmeversorgung von Immobilien. Diese Technologie, welche erneuerbare Energie aus der Umgebung nutzt, ist ein wesentlicher Bestandteil für einen Wechsel zu einer umweltfreundlicheren und kosteneffizienteren Heizmethode. Wir informieren zu den Möglichkeiten.
