Die kommunale Wärmeplanung ist für viele Eigentümerinnen und Eigentümer ein wichtiges Thema geworden. Denn wer in den nächsten Jahren eine neue Heizung plant, möchte wissen: Kommt bei mir ein Wärmenetz? Ist eine Wärmepumpe sinnvoll? Sollte ich noch eine Gasheizung einbauen lassen? Welche Förderung ist aktuell möglich? Und passt eine neu Heizung zu den Klimazielen der Biotreppen-Regelung?
Kamp-Lintfort hat seinen kommunalen Wärmeplan bereits veröffentlicht und verfolgt damit das Ziel, eine klimaneutrale Wärmeversorgung bis 2040 vorzubereiten. Die Stadt hat den Plan gemeinsam mit evety, den Stadtwerken und der Stadtwärme Kamp-Lintfort erarbeitet. Dabei geht es darum, örtliche Gegebenheiten zu berücksichtigen und langfristig zu klären, welche Gebiete eher zentral über Wärmenetze und welche eher dezentral versorgt werden können.
Für Hausbesitzer bedeutet das: Der kommunale Wärmeplan ist eine wichtige Orientierung, ersetzt aber keine individuelle Heizungsberatung. Welche Lösung wirklich sinnvoll ist, hängt weiterhin vom Gebäude, vom Wärmebedarf, von den Heizflächen, vom Zustand der bestehenden Anlage und von den langfristigen Kosten ab.
Was ist die kommunale Wärmeplanung?
Die kommunale Wärmeplanung soll Städten und Gemeinden helfen, den Weg zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung zu planen. Im Wärmeplan wird untersucht, welche Quellen vor Ort vorhanden sind, wo Wärmenetze sinnvoll sein könnten und wo dezentrale Lösungen wie Wärmepumpen, Solarthermie oder andere Systeme eher infrage kommen.
Das Wärmeplanungsgesetz ist seit dem 01.01.2024 in Kraft. Es verpflichtet die Länder, dafür zu sorgen, dass flächendeckend Wärmepläne erstellt werden: in Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern bis zum 30.06.2026, in Gemeinden mit bis zu 100.000 Einwohnern bis zum 30.06.2028. Für viele Kommunen in NRW ist das ein zentraler Baustein der Wärmewende.
Auch andere Kommunen stehen vor ähnlichen Fragen: Welche Energien stehen lokal zur Verfügung? Wo lohnt sich der Ausbau eines Netzes? Welche Rolle spielen erneuerbaren Energien, Wärmepumpen oder Solarthermie? Und wie gelingt die Umsetzung so, dass Bürger, Stadtwerke, Fachbetriebe und weitere Akteure sinnvoll einbezogen werden?
Bedeutet der Wärmeplan automatisch Fernwärme-Pflicht?
Nein, so pauschal sollte man es nicht formulieren. Die kommunale Wärmeplanung zeigt zunächst, welche Versorgungsoptionen in welchen Gebieten grundsätzlich sinnvoll sein können. Daraus entsteht nicht automatisch für jedes einzelne Gebäude eine sofortige Pflicht, sich an ein Wärmenetz anzuschließen.
Das GEG-Infoportal stellt klar: Das Wärmeplanungsgesetz selbst trifft keine Vorgaben zu einem Anschluss- und Benutzungszwang. Ein solcher kann nur unter bestimmten Voraussetzungen über Landesrecht bzw. kommunale Regelungen entstehen.
Deshalb sollte man Aussagen wie „Fernwärme wird überall Pflicht“ vermeiden. Richtiger ist: In bestimmten Gebieten kann ein Wärmenetz perspektivisch eine wichtige Rolle spielen. Ob, wann und für welche Gebäude daraus konkrete Vorgaben entstehen, hängt von der weiteren kommunalen Umsetzung ab.
Außerdem ist jetzt die 65-%-Regel nicht mehr von Bedeutung. Sie kann jedoch noch als Orientierung dienen, da sie für die Planung künftiger Wärmenetze, dezentraler Lösungen oder anderer Versorgungswege ein guter Richtwert sein kann.
Was bedeutet das konkret für Eigentümer vor Ort?
Der Wärmeplan betrachtet die örtlichen Gegebenheiten und unterscheidet zwischen zentralen und dezentralen Versorgungsoptionen. Dabei spielen unter anderem Fernwärme, Nahwärme, Wärmepumpen, Solarthermie, Geothermie und weitere erneuerbaren Energien eine Rolle.
Besonders interessant ist der Blick auf einzelne Quartiere und Neubaugebiete. Im Abschlussbericht wird zum Beispiel das Neubaugebiet Niersenbruch mit rund 217 geplanten Wohneinheiten betrachtet. Für dieses Gebiet wurden mehrere Grobkonzepte untersucht, darunter ein kaltes Nahwärmenetz, ein Niedertemperatur-Nahwärmenetz, der Anschluss an das bestehende Fernwärmenetz sowie die dezentrale Versorgung mit Wärmepumpen.
Das zeigt gut: Es gibt nicht die eine Lösung für die ganze Stadt. Je nach Stadtteil, Gebäudetyp, Infrastruktur und Zeitplan können unterschiedliche Wege sinnvoll sein.
Welche Rolle spielen Kommunen, Bürger und Akteure?
Die Wärmewende gelingt nicht allein durch einen Plan auf dem Papier. Entscheidend ist, wie Kommunen die Umsetzung vorbereiten, welche Akteure eingebunden werden und wie verständlich Bürger über die nächsten Schritte informiert werden.
Für Eigentümer ist wichtig, Informationen regelmäßig zu prüfen. Viele Kommunen veröffentlichen Updates über ihre Websites, Veranstaltungen oder einen Newsletter. Ein Newsletter kann hilfreich sein, wenn neue Beschlüsse, Ausbaugebiete oder Hinweise zur Umsetzung veröffentlicht werden. Auch Raatschen informiert im persönlichen Kontakt und im Service darüber, welche technischen Möglichkeiten für ein konkretes Gebäude infrage kommen.
Gerade in NRW werden solche Fragen in den nächsten Jahren noch wichtiger. Denn die Wärmewende betrifft nicht nur einzelne Häuser, sondern ganze Quartiere, Stadtteile und Versorgungsstrukturen.
Ist eine neue Gasheizung noch sinnvoll?
Ein pauschales Verbot für eine Gasheizung gibt es nicht, jedenfalls nicht nach der aktuellen Regelung zum Gebäudemodernisierungsgesetz vom 29.07.2026. Neue Gas- und Ölheizungen dürfen grundsätzlich weiterhin eingebaut werden. Auch die kommunale Wärmeplanung ändert daran zunächst nichts: Sie gibt Orientierung für mögliche zukünftige Wärmenetze, löst aber keine frühere 65-%-Pflicht mehr aus.
Trotzdem sollte eine neue Gasheizung heute sehr genau geprüft werden. Denn auch wenn die alte Regelung entfällt, gilt dafür jetzt die Vorgabe zur Biotreppe. Ab 2029 steigt schrittweise der vorgeschriebene Anteil klimafreundlicher oder biogener Brennstoffe. Und ab 2045 müssen die eingesetzten Brennstoffe vollständig klimaneutral sein.
Für Eigentümer bedeutet das: Eine Gasheizung kann technisch weiterhin infrage kommen, ist aber langfristig von Brennstoffpreisen, CO₂-Kosten, Verfügbarkeit klimafreundlicher Brennstoffe und der weiteren Entwicklung der Energieversorgung abhängig. H2-ready ist dabei keine Voraussetzung dafür, heute eine Gasheizung einbauen zu dürfen. Entscheidend ist vielmehr, ob die gewählte Lösung langfristig wirtschaftlich und technisch zum Gebäude passt.
Deshalb gilt für viele Gebäude vor allem folgende Frage: „Darf ich noch eine Gasheizung einbauen?“ Sondern: „Ist sie langfristig wirklich die beste Lösung für mein Haus – oder passen Wärmepumpe, Hybridlösung oder ein möglicher Wärmenetzanschluss besser?“
Welche Rolle spielt die Wärmepumpe?
Die Wärmepumpe ist für viele Gebäude eine besonders interessante Option. Sie nutzt Umweltenergie aus Luft, Erdreich oder Wasser und kann sehr effizient arbeiten, wenn Gebäude, Heizflächen und Vorlauftemperaturen zur Technik passen.
Gerade dort, wo kein Wärmenetz geplant ist oder wo ein individueller Heizungstausch ansteht, kann eine Wärmepumpe eine zukunftsfähige Lösung sein. Sie reduziert die Abhängigkeit von Gas oder Heizöl und lässt sich gut mit Photovoltaik kombinieren.
Wichtig ist aber: Nicht jede Wärmepumpe passt automatisch zu jedem Gebäude. Vor der Entscheidung sollten Heizlast, vorhandene Heizkörper, Dämmstandard, Warmwasserbedarf, Aufstellort, Schallschutz und Stromanschluss geprüft werden.
Fernwärme, Wärmepumpe oder Hybridlösung?
Welche Lösung sinnvoll ist, hängt stark vom Einzelfall ab. Ein grober Überblick:
| Ausgangslage | Mögliche Lösung | Was geprüft werden sollte |
|---|---|---|
| Gebiet mit möglicher Netz-Perspektive | Anschluss an ein Wärmenetz prüfen | Zeitplan, Anschlusskosten, Verfügbarkeit und Preisstruktur |
| Einfamilienhaus ohne absehbaren Netzanschluss | Wärmepumpe prüfen | Heizlast, Vorlauftemperatur, Aufstellort und Schallschutz |
| Altbau mit hohen Vorlauftemperaturen | Wärmepumpe oder Hybridlösung prüfen | Heizkörper, hydraulischer Abgleich und mögliche Optimierung |
| Bestehende Gasheizung funktioniert noch | Weiterbetrieb und Alternativen vergleichen | Alter, Verbrauch, Reparaturrisiko, zukünftige Kosten und mögliche Umstellungsperspektive |
| Neue Gasheizung wird überlegt | Gasheizung, Wärmepumpe oder Hybridlösung vergleichen | Biotreppe, Brennstoffkosten, Verfügbarkeit klimafreundlicher Brennstoffe und mögliche Alternativen |
| Alte Ölheizung oder hoher Verbrauch | Umstieg frühzeitig planen | Förderung, Technik, Öltank, Gebäudeeignung und langfristige Betriebskosten |
Die Tabelle ersetzt keine Beratung, zeigt aber: Der kommunale Wärmeplan ist ein wichtiger Hinweisgeber. Die Entscheidung für ein konkretes Heizsystem muss trotzdem am Gebäude getroffen werden.
Was gilt für Förderung 2026/2027?
Die KfW-Heizungsförderung wurde zum 21.07.2026 angepasst. Für private Eigentümerinnen und Eigentümer nennt die KfW weiterhin Zuschüsse von 30 % bis zu 80 % der förderfähigen Kosten. Gefördert wird der Kauf und Einbau einer neuen klimafreundlichen Heizung, etwa einer effizienten Heizungsanlage oder der Anschluss an ein Gebäude- oder Wärmenetz. Ein Rechtsanspruch besteht nicht; die Förderung steht unter dem Vorbehalt verfügbarer Haushaltsmittel.
Zusätzlich wurden wichtige Details geändert: Der Klimageschwindigkeitsbonus beträgt aktuell 16 % und sinkt ab dem 01.02.2027 halbjährlich um 4 Prozentpunkte. Für Familien mit minderjährigen Kindern wird das anzusetzende Haushaltseinkommen einmalig um 10.000 Euro reduziert. Außerdem ist für 2027 ein Wertschöpfungsbonus für Wärmepumpen vorgesehen, die innerhalb der EU gefertigt, gebaut oder zusammengebaut wurden.
Hinweis: Stand: 28.07.2026. Es besteht kein Rechtsanspruch auf Förderung. Maßgeblich sind ausschließlich die zum Zeitpunkt der Antragstellung geltenden Förderrichtlinien.
Was sollten Eigentümer jetzt prüfen?
Bevor Sie eine neue Heizung planen, sollten diese Fragen geklärt werden:
Je früher diese Punkte geprüft werden, desto besser lassen sich Kosten, Fördermöglichkeiten und technische Umsetzung planen.
Raatschen als Ansprechpartner in NRW
Wir von Raatschen haben unseren Sitz in Kamp-Lintfort sowie Leichlingen und kennen die Anforderungen der Region. Als Heizungsunternehmen mit 50 Jahren Erfahrung verbindet Raatschen klassische Heiztechnik mit modernen Lösungen wie Wärmepumpen, Hybridheizungen, Solarthermie und Photovoltaik.
Gerade bei der kommunalen Wärmeplanung geht es nicht darum, pauschal eine Lösung für alle Gebäude zu empfehlen. Entscheidend ist, welche Technik zu Ihrem Haus, Ihrer Lage und Ihrer Zukunftsplanung passt.
Raatschen unterstützt Sie dabei, den Wärmeplan richtig einzuordnen, mögliche Fördermittel zu prüfen und eine passende Heizlösung zu planen – ob Wärmepumpe, Hybridlösung, Netzanschluss oder eine andere moderne Technik. Unser Service umfasst Beratung, Planung, Installation und Betreuung Ihrer Anlage. Dabei können Sie sich darauf verlassen, dass wir auch bei der immer wieder neuen Gesetzslage stetig auf dem aktuellen Stand bleiben und Sie ohne Überraschungen im Nachhinein beraten können.
Wer über neue Entwicklungen informiert bleiben möchte, kann außerdem regelmäßig die Informationen der Stadt verfolgen, einen Newsletter nutzen oder direkt Kontakt zu Raatschen aufnehmen. Im persönlichen Kontakt klären wir, welche Optionen für Ihr Gebäude realistisch sind und welche Umsetzung sinnvoll vorbereitet werden sollte.
Was Eigentümer jetzt mitnehmen sollten
Die kommunale Wärmeplanung ist ein wichtiger Schritt für die künftige Wärmeversorgung in Kamp-Lintfort. Sie zeigt, wo Wärmenetze perspektivisch eine Rolle spielen können und wo dezentrale Lösungen wie Wärmepumpen, Solarthermie oder Hybridlösungen sinnvoll sein können.
Für Eigentümer bedeutet das: Es geht nicht darum, vorschnell eine bestimmte Technik auszuwählen. Entscheidend ist, die eigene Heizsituation rechtzeitig zu prüfen und die kommunale Planung in die Entscheidung einzubeziehen. Eine neue Gasheizung kann weiterhin möglich sein, sollte aber wegen künftiger Anforderungen und unsicherer Brennstoffkosten genau bewertet werden – insbesondere aufgrund der neuen Biotreppen-Verordnung. Eine Wärmepumpe ist für viele Gebäude eine starke Alternative, wenn sie passend geplant wird. Ein Wärmenetz kann in bestimmten Gebieten interessant sein, hängt aber von Verfügbarkeit, Ausbau und konkreten Anschlussbedingungen ab.
Die Wärmewende in Kamp-Lintfort wird nicht von heute auf morgen abgeschlossen sein. Sie braucht klare Informationen, gute Beratung, passende Energien, realistische Planung und eine verlässliche Umsetzung durch Fachbetriebe, Kommunen und weitere Akteure.
Sie möchten wissen, welche Heizlösung für Ihr Haus sinnvoll ist? Raatschen prüft Ihre aktuelle Heizung, bewertet mögliche Alternativen und begleitet Sie mit Beratung und Service auf dem Weg zur passenden Lösung.

Über den Autor
Jan Raatschen
Jan Raatschen ist alleiniger Inhaber und Geschäftsführer der Raatschen Unternehmensgruppe. Nach dem Studium der Technischen Gebäudeausrüstung (Dipl.-Ing.) an der FH Gelsenkirchen sowie der Weiterbildung zum Betriebswirt des Handwerks stieg er 2008 in das Familienunternehmen ein. Bereits kurz darauf übernahm er Verantwortung als Geschäftsführer – ab 2009 in der Raatschen Montage GmbH und ab 2011 in der Raatschen GmbH & Co. KG. Seit 2016 führt er beide Gesellschaften eigenständig.
Seine fachlichen Schwerpunkte liegen in der Energiewirtschaft, der Energieeffizienz sowie in Wärmepumpen und modernen Heizsystemen. Sowohl im Unternehmen als auch im politischen Ehrenamt steht Jan Raatschen für eine praxisnahe, umsetzbare Energiewende und das klare Ziel, die Klimaziele bis 2045 aktiv mitzugestalten.
Die staatliche Heizungsförderung wird aktuell neu geregelt. Für Eigentümerinnen und Eigentümer, die ihre alte Heizung
