Wer 2026 oder 2027 eine neue Heizung plant, steht vor einer wichtigen Entscheidung: Welche Wärmepumpe passt wirklich zum eigenen Gebäude? Zur Auswahl stehen vor allem Luft-Wasser-Wärmepumpen, Sole-Wasser-Wärmepumpen und Wasser-Wasser-Wärmepumpen. Sie unterscheiden sich bei Wärmequelle, Effizienz, Kosten, Einbau, Genehmigung und Förderfähigkeit.
Gleichzeitig hat sich die gesetzliche Lage verändert. Mit dem neuen Gebäudemodernisierungsgesetz entfällt die frühere einheitliche 65-Prozent-Vorgabe für erneuerbare Energien. Eigentümerinnen und Eigentümer können wieder technologieoffener entscheiden. Trotzdem bleiben Wärmepumpen für viele Gebäude besonders interessant, weil sie Umweltenergie nutzen und weniger abhängig von Gas oder anderen fossilen Energieträgern machen.
Der bestehende Raatschen-Vergleich zeigt bereits die wichtigsten Unterschiede zwischen Luft/Wasser-, Sole/Wasser- und Wasser/Wasser-Wärmepumpen, etwa bei Wärmequelle, Leistungsbereich, Einbau und Eignung. Für 2026/2027 kommen jedoch neue Punkte hinzu: Förderung, Wertschöpfungsbonus, KfW-Anforderungen, Schallschutz und langfristige Betriebskosten.
Wärmepumpen im Vergleich: Die wichtigsten Unterschiede
| Wärmepumpenart | Wärmequelle | Vorteile | Zu prüfen | Besonders geeignet für |
|---|---|---|---|---|
| Luft-Wasser-Wärmepumpe | Außenluft | vergleichsweise einfacher Einbau, keine Bohrung, flexibel einsetzbar | Schallschutz, Aufstellort, Effizienz bei Frost, Strombedarf | viele Einfamilienhäuser, Neubau, Modernisierung |
| Sole-Wasser-Wärmepumpe | Erdreich | hohe Effizienz, stabile Wärmequelle, oft sehr gute Jahresarbeitszahl | Erdarbeiten, Bohrung oder Fläche, Genehmigung, höhere Anfangskosten | Neubau, sanierte Gebäude, größere Grundstücke |
| Wasser-Wasser-Wärmepumpe | Grundwasser | sehr effiziente Wärmequelle, konstante Temperaturen | Wasserqualität, Brunnenbau, Genehmigung, Standortabhängigkeit | größere Gebäude, passende Grundstücke, hohe Effizienzanforderung |
Die Tabelle zeigt: Es gibt nicht die eine beste Wärmepumpe für alle Gebäude. Entscheidend ist, welche Technik zum Haus, zum Grundstück und zum Wärmebedarf passt.
Luft-Wasser-Wärmepumpe: flexibel und häufig die erste Wahl
Die Luft-Wasser-Wärmepumpe nutzt die Außenluft als Energiequelle. Sie ist besonders verbreitet, weil der Einbau meist weniger aufwendig ist als bei Erdsonden oder Brunnen. Es müssen keine tiefen Bohrungen durchgeführt werden, und die Technik lässt sich in vielen Bestandsgebäuden sowie im Neubau integrieren.
Der Vorteil liegt in der Flexibilität. Luft-Wasser-Wärmepumpen eignen sich für viele Einfamilienhäuser, wenn Heizlast, Vorlauftemperatur und Aufstellort passen. Auch im Bestand können sie funktionieren, wenn die vorhandenen Heizkörper ausreichend groß sind oder gezielt optimiert werden.
Sole-Wasser-Wärmepumpe: effizient, aber aufwendiger
Sole-Wasser-Wärmepumpen nutzen Energie aus dem Erdreich. Dafür kommen Erdsonden oder Flächenkollektoren zum Einsatz. Da die Temperaturen im Boden vergleichsweise stabil sind, können diese Systeme sehr effizient arbeiten.
Der Nachteil liegt im höheren Aufwand. Je nach Lösung sind Erdarbeiten, Bohrungen, Genehmigungen und ausreichend Fläche erforderlich. Dadurch können die Kosten höher ausfallen als bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe. Gleichzeitig kann die langfristige Effizienz sehr attraktiv sein, wenn die Voraussetzungen stimmen.
Wasser-Wasser-Wärmepumpe: sehr effizient, aber standortabhängig
Wasser-Wasser-Wärmepumpen nutzen Grundwasser als Energiequelle. Das kann besonders effizient sein, weil Grundwasser relativ konstante Temperaturen liefert. Dafür sind die Anforderungen höher: Es braucht ausreichend verfügbares Grundwasser, passende Wasserqualität, wasserrechtliche Genehmigungen und eine fachgerechte Brunnenlösung.
Diese Wärmepumpenart ist deshalb nicht für jedes Grundstück geeignet. Wenn die Bedingungen stimmen, kann sie jedoch eine sehr starke Lösung sein – besonders bei größeren Gebäuden oder höherem Wärmebedarf.
Förderung 2026/2027: KfW, Zuschuss und förderfähige Kosten
Die KfW-Heizungsförderung wurde zum 21.07.2026 angepasst. Die Grundförderung liegt weiterhin bei 30 Prozent. Zusätzlich können Boni hinzukommen, zum Beispiel der Klimageschwindigkeitsbonus oder ein Einkommensbonus. Für die erste Wohneinheit gelten aktuell maximal 28.000 Euro als förderfähige Kosten; bei maximal 80 Prozent Zuschuss können bis zu 22.400 Euro erreicht werden.
Ab 2027 wird zusätzlich der angekündigte Wertschöpfungsbonus wichtig. Laut KfW soll im ersten Quartal 2027 ein Bonus eingeführt werden, durch den Wärmepumpen mit Fertigung, Bau oder Zusammenbau innerhalb der EU weiterhin die volle Grundförderung ermöglichen. Bei Wärmepumpen außerhalb der EU soll die Grundförderung sinken.
Hinweis: Stand: 27.07.2026. Es besteht kein Rechtsanspruch auf Förderung. Maßgeblich sind ausschließlich die zum Zeitpunkt der Antragstellung geltenden Förderrichtlinien.
Welche Wärmepumpe passt zu welchem Haus?
| Situation | Häufig passende Lösung | Warum? |
|---|---|---|
| Einfamilienhaus mit begrenztem Grundstück | Luft-Wasser-Wärmepumpe | flexibler Einbau, keine Bohrung notwendig |
| Neubau mit guter Dämmung | Luft-Wasser oder Sole-Wasser | niedrige Vorlauftemperaturen, gute Planbarkeit |
| Altbau mit geeigneten Heizflächen | Luft-Wasser-Wärmepumpe | oft möglich, wenn Heizlast und Vorlauf passen |
| Größeres Grundstück | Sole-Wasser-Wärmepumpe | Erdreich kann langfristig sehr effizient sein |
| Hoher Wärmebedarf und passende Grundwasserlage | Wasser-Wasser-Wärmepumpe | sehr effiziente Quelle, aber genehmigungsabhängig |
| Unsicherer Bestand | individuelle Prüfung oder Hybridlösung | Gebäude muss technisch bewertet werden |
Auswahl-Checkliste: Diese Fragen sollten vor der Entscheidung geklärt werden
Vor dem Einbau einer Wärmepumpe sollten Eigentümer nicht nur Hersteller und Preis vergleichen. Viel wichtiger ist die Frage, ob die Anlage zum Gebäude passt.
Wichtige Prüfpunkte:
- Wie hoch ist die Heizlast?
- Welche Vorlauftemperatur wird benötigt?
- Sind vorhandene Heizkörper ausreichend?
- Wird ein Warmwasserspeicher benötigt?
- Gibt es Platz für Außengerät, Erdsonden oder Brunnen?
- Welche Schallschutzanforderungen gelten?
- Welche Wärmepumpe erfüllt die KfW-Anforderungen?
- Wie hoch sind die förderfähigen Kosten?
- Welcher Zuschuss ist realistisch?
- Ist Photovoltaik als Ergänzung sinnvoll?
- Welche laufenden Kosten entstehen im Betrieb?
Raatschen: Wärmepumpen vergleichen und richtig planen
Ein Wärmepumpen-Vergleich ist nur dann hilfreich, wenn er zum konkreten Gebäude passt. Raatschen prüft deshalb nicht nur Gerätedaten, sondern das gesamte Heizsystem: Wärmebedarf, Heizflächen, Aufstellort, Schallschutz, Warmwasser, elektrische Voraussetzungen, Förderung und langfristige Kosten.
Dabei geht es nicht darum, pauschal die stärkste oder teuerste Wärmepumpe zu empfehlen. Entscheidend ist, welche Lösung technisch funktioniert, wirtschaftlich sinnvoll ist und zuverlässig betrieben werden kann.
Raatschen begleitet Sie von der ersten Beratung über die Auswahl geeigneter Systeme bis zum Einbau und zur Wartung. So erhalten Sie einen verständlichen Überblick und eine Lösung, die zu Ihrem Haus passt.
Fazit: Der beste Wärmepumpen-Vergleich beginnt beim Gebäude
Luft-Wasser-Wärmepumpen sind flexibel und für viele Projekte geeignet. Sole-Wasser-Wärmepumpen können sehr effizient arbeiten, benötigen aber mehr Planung. Wasser-Wasser-Wärmepumpen bieten hohe Leistung, hängen jedoch stark vom Standort ab.
Für 2026/2027 sollten Eigentümer neben der Technik vor allem KfW-Förderung, Zuschuss, förderfähige Kosten, Anforderungen, Kältemittel, Schallschutz und langfristige Betriebskosten mitdenken. Erst dann zeigt der Vergleich, welche Wärmepumpe wirklich passt.
Sie möchten wissen, welche Wärmepumpe zu Ihrem Haus passt? Raatschen gibt Ihnen einen klaren Überblick, prüft die Förderfähigkeit und begleitet Sie von der Beratung bis zum Einbau.

Über den Autor
Jan Raatschen
Jan Raatschen ist alleiniger Inhaber und Geschäftsführer der Raatschen Unternehmensgruppe. Nach dem Studium der Technischen Gebäudeausrüstung (Dipl.-Ing.) an der FH Gelsenkirchen sowie der Weiterbildung zum Betriebswirt des Handwerks stieg er 2008 in das Familienunternehmen ein. Bereits kurz darauf übernahm er Verantwortung als Geschäftsführer – ab 2009 in der Raatschen Montage GmbH und ab 2011 in der Raatschen GmbH & Co. KG. Seit 2016 führt er beide Gesellschaften eigenständig.
Seine fachlichen Schwerpunkte liegen in der Energiewirtschaft, der Energieeffizienz sowie in Wärmepumpen und modernen Heizsystemen. Sowohl im Unternehmen als auch im politischen Ehrenamt steht Jan Raatschen für eine praxisnahe, umsetzbare Energiewende und das klare Ziel, die Klimaziele bis 2045 aktiv mitzugestalten.
Die staatliche Heizungsförderung wird aktuell neu geregelt. Für Eigentümerinnen und Eigentümer, die ihre alte Heizung
